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Österreich steht vor einer grundlegenden Veränderung seines Online-Glücksspielmarktes. Mit dem geplanten Wechsel von einem Monopol zu einem System mit mehreren Lizenzen könnte sich der Markt ab 2027 für weitere Anbieter öffnen. Experten begrüßen die Entwicklung, warnen jedoch zugleich vor einem engen Zeitplan und hohen Hürden für interessierte Unternehmen.

Felix Hohenthanner von Rapani Rechtsanwälte bezeichnete die geplante Öffnung als außergewöhnlichen Schritt. Nach seinen Angaben hat das Monopol den österreichischen Markt rund zwei Jahrzehnte geprägt. Gemeinsam mit Simon Priglinger-Simader, Präsident der OVWG, sprach er beim SBC Summit 2026 in Lissabon über die geplante Neuausrichtung.

„Ehrlich gesagt, es ist riesig.“

Neuer Lizenzmarkt Soll 2027 Starten

Nach dem vorliegenden Gesetzentwurf sollen Unternehmen ab dem 1. Januar 2027 Anträge stellen können. Die neuen Lizenzen sollen ab dem 1. Oktober desselben Jahres gelten. Zu diesem Zeitpunkt läuft die bestehende Online-Lizenz von Win2Day aus.

Hohenthanner bezeichnete diesen Zeitplan als „ein sehr ambitionierter Zeitplan“. Seiner Einschätzung nach wurden bereits einige Verfahrens schritte verkürzt. Die Konsultation zum Entwurf dauerte lediglich zwei Wochen und erhielt mehr als 100 Stellungnahmen. Anschließend wurde der Entwurf weitgehend unverändert nach Brüssel weitergeleitet.

Eine geplante Eingabe aus Malta könnte nach den Angaben der Experten allerdings Auswirkungen auf das Inkrafttreten haben. Hohenthanner äußerte deshalb Zweifel daran, dass bereits im ersten Quartal 2027 ein laufendes Lizenzverfahren stattfinden wird.

„Ich persönlich bezweifle, dass es im ersten Quartal 2027 zu einem laufenden Lizenzierungsverfahren kommen wird. Aber wir werden sehen“, sagte er. Auf die Frage, ob er auf die Einhaltung des Zeitplans hoffte, antwortete er: „Das hoffe ich wirklich, als Regulierungsanwalt.“

Bewerber Müssen Mit Hohen Hürden Rechnen

Auch die Zahl möglicher Lizenzanträge bleibt offen. Priglinger-Simader erklärte, das Finanzministerium rechne mit bis zu 20 Bewerbungen. Die OVWG hält dagegen auch eine deutlich niedrigere Zahl für möglich, falls zentrale Probleme ungelöst bleiben.

„Es könnten leicht 20 [Anträge] sein, das erwartet das Finanzministerium und das haben sie uns auch mitgeteilt,“sagte Priglinger-Simader. Gleichzeitig verwies er auf die Möglichkeit von weniger als zehn Anträgen.

Als mögliche Hürde nannte er insbesondere die steuerliche Behandlung von Rückerstattungen aus Spielerforderungen. Anbieter, die zuvor bereits in Österreich tätig waren, müssen außerdem offene Spielerforderungen und Steuerschulden begleichen. Unternehmen, die nach dem 1. Januar weiterhin Dienstleistungen anbieten, müssen anschließend 18 Monate warten, bevor sie einen Lizenzantrag stellen können.

Arthur Stadler von Stadler Partners erwartete auf dem Podium ebenfalls höchstens fünf bis zehn Bewerber.

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Auch Die Durchsetzung Bleibt Offen

Neben der Lizenzvergabe ist die künftige Marktüberwachung noch ungeklärt. Die Behörde, die unter anderem Zahlungs- und IP-Sperren einsetzen soll, existiert bislang noch nicht.

Auf die Frage nach dem möglichen Beginn solcher Sperren sagte Hohenthanner: „Ich wäre ein Zauberer, wenn ich dir ein Date geben könnte.“

Priglinger-Simader bezeichnete 15 Anbieter als Erfolg für das geplante Regulierungssystem. Sollten die Bewerbungen Anfang 2027 ausbleiben, müsse die Regierung nach seiner Einschätzung möglicherweise Anpassungen prüfen.

Für Hohenthanner hängt die Attraktivität des neuen Systems letztlich davon ab, ob das legale Angebot Spieler erreichen kann.

„Man gewinnt Spieler nur dann für einen regulierten Markt, wenn das legale Produkt attraktiv ist.“

Source:

"SBC Summit: End of Austria’s iGaming monopoly is ‘huge’ but experts urge caution over timeline", igamingbusiness.com, September 30, 2026