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Der Rechtsstreit zwischen Playtech und Evolution erhält durch die Veröffentlichung eines bislang vertraulichen Berichts neue Dynamik. Das von Evolution in Auftrag gegebene Dokument der Spectrum Gaming Group wurde im Rahmen eines Verfahrens in New Jersey öffentlich und enthält Feststellungen zur Verfügbarkeit von Evolution-Spielen in Märkten mit Beschränkungen.

Playtech sieht darin eine Bestätigung bestimmter Vorwürfe aus einer früheren Untersuchung, die das Unternehmen selbst gegen seinen schwedischen Konkurrenten veranlasst hatte. Spectrum konnte nach Angaben aus den veröffentlichten Gerichtsunterlagen Behauptungen über den Einsatz von Evolution-Spielen in Hongkong, Singapur, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien “specifically corroborate”.

Spectrum-Bericht rückt Kontrolle von Kunden in den Mittelpunkt

Besonders relevant sind die Feststellungen zur Überwachung von Kunden und zur Reaktion auf frühere Vorwürfe. Spectrum kam zu dem Ergebnis, dass Evolution “not taken any proactive steps” unternommen habe, um sicherzustellen, dass kundennahe Betreiber ihre vertraglichen Verpflichtungen einhalten.

Dem Bericht zufolge hatte Evolution nach Bekanntwerden der Anschuldigungen keine entsprechenden Maßnahmen ergriffen, um bestimmte Websites oder Märkte zu blockieren oder Vertragsbestimmungen gegenüber Kunden durchzusetzen. Die Feststellungen werfen damit zusätzliche Fragen zur praktischen Kontrolle der Aktivitäten von Betreibern auf, die Evolution-Spiele anbieten.

Bei den schwerwiegenderen Behauptungen über Aktivitäten in sanktionierten Ländern fiel das Ergebnis vorsichtiger aus. Spectrum konnte die Vorwürfe bezüglich Iran, Syrien und Sudan “confirm or refute”. Der Bericht stellte damit keine Feststellung illegaler Aktivitäten in diesen Staaten dar.

Spectrum wies zudem andere Vorwürfe zurück. Der Bericht kam zu dem Schluss, dass Evolution nach seiner Einschätzung keine illegalen Praktiken in sanktionierten Ländern betrieben habe und verwarf Behauptungen über Barzahlungen sowie die Nutzung der Spiele in solchen Gebieten.

Streit Begann mit Untersuchung von Playtech

Die Auseinandersetzung reicht bis ins Jahr 2020 zurück. Playtech beauftragte damals Black Cube mit einer Untersuchung von Evolution. Ergebnisse dieser Arbeit gelangten 2021 an die Öffentlichkeit und führten zu Vorwürfen gegen den schwedischen Anbieter.

Evolution wies die Anschuldigungen zurück und bezeichnete die Untersuchung als “smear campaign”. Anschließend beauftragte Evolution Spectrum Gaming Group mit der Prüfung der gegen das Unternehmen erhobenen Behauptungen.

Im Oktober 2025 wurde vor Gericht bekannt, dass Playtech 1,8 Millionen Pfund für die ursprüngliche Untersuchung bezahlt hatte. Playtechs Aktien verloren daraufhin in der betreffenden Handelssitzung rund 25 Prozent.

Playtech erklärte nun, die öffentliche Verfügbarkeit des Spectrum-Berichts zeige, weshalb Evolution dessen Veröffentlichung im US-Verfahren verhindern wollte. Das Unternehmen verwies dabei insbesondere auf die Bedeutung des Dokuments für die laufenden Gerichtsverfahren.

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Weitere Compliance-Fragen im Verfahren

Der Bericht befasste sich außerdem mit virtuellen Währungen. Dabei wurde festgestellt, dass Evolution Einsätze in einer solchen Währung akzeptiert hatte, ohne die in diesen Fällen erwarteten erweiterten Prüfungen auszulösen.

Evolution war zudem mit regulatorischem Druck im Vereinigten Königreich konfrontiert. Die UK Gambling Commission vereinbarte eine Zahlung von 4,75 Millionen Pfund nach Feststellungen zur Erreichbarkeit von Evolution-Spielen über mehrere nicht lizenzierte britische Betreiber.

Die laufenden Verfahren zwischen den Parteien bleiben damit bestehen. Evolution hat zu den jüngsten Gerichtsunterlagen keinen Kommentar abgegeben. Das Unternehmen hatte zuvor erklärt, mit seinen Verfahren Playtech und Black Cube für deren Vorgehen zur Verantwortung ziehen und den Wert für Aktionäre schützen zu wollen.

Source:

“Playtech’s legal spat with rival deepens after publication of secret report”, cityam.com, September 9, 2026