Der regulierte Markt für Online-Spielautomaten in Deutschland verzeichnete im Jahr 2025 ein solides Wachstum. Offizielle Zahlen zeigen, dass lizenzierte Anbieter ihre Einnahmen steigern konnten, obwohl die Diskussion über die deutschen Glücksspielvorschriften weiterhin anhält.
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Deutschlands bundesweite Glücksspielaufsicht, teilte mit, dass der Bruttospielertrag (Gross Gaming Revenue, GGR) aus lizenzierten virtuellen Spielautomaten im Jahr 2025 insgesamt 543 Millionen Euro erreichte.
Das entspricht einem Anstieg von 53 Millionen Euro beziehungsweise 11 % gegenüber 2024, während die Spieleinsätze auf 4,6 Milliarden Euro stiegen.
Nach Angaben der Behörde zeigen diese Zahlen, dass sich immer mehr Glücksspielaktivitäten auf lizenzierte Anbieter innerhalb des regulierten Marktes verlagern.
Lizenzierte Unternehmen argumentieren jedoch weiterhin, dass Einschränkungen wie das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde bei virtuellen Spielautomaten, verpflichtende Spin-Verzögerungen, Werbebeschränkungen sowie die zentrale Überwachung es erschweren, mit Offshore-Anbietern zu konkurrieren.
Im Jahresbericht erklärte GGL-Vorstandsmitglied Ronald Benter, dass die Strategie der Behörde Wirkung zeige. „Unsere Maßnahmen greifen“, sagte er. „Der legale Markt ist stabil und der Kampf gegen illegale Angebote zeigt Ergebnisse.“
Der Gesamtmarkt für Glücksspiele bleibt stabil
Der regulierte Glücksspielmarkt in Deutschland erzielte im Jahr 2025 einen Bruttospielertrag von 14,4 Milliarden Euro und blieb damit gegenüber dem Vorjahr unverändert. Auf das stationäre Glücksspiel entfielen 10,9 Milliarden Euro, während das Online-Glücksspiel nach einem Wachstum von 2 % auf 3,5 Milliarden Euro kam.
Sportwetten blieben das größte von der GGL überwachte Marktsegment. Dennoch gingen die Einnahmen um 4 % auf 1,89 Milliarden Euro zurück, obwohl der Wettumsatz auf 8,3 Milliarden Euro anstieg.
Illegales Glücksspiel bleibt umstritten
Die GGL schätzt, dass rund 77 % des Glücksspiels über lizenzierte Anbieter stattfinden. Branchenverbände vertreten jedoch die Ansicht, dass Offshore-Websites weiterhin einen deutlich größeren Anteil am Online-Wett- und Spielautomatenmarkt auf sich vereinen.
Im vergangenen September meldete der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) 382 illegale deutschsprachige Wettseiten gegenüber lediglich 34 lizenzierten Anbietern. DSWV-Präsident Mathias Dahms bezeichnete die Situation als „11:1 zugunsten des Schwarzmarkts“.
Die Regulierungsbehörde erklärte, sie habe im Jahr 2025 insgesamt 2.662 illegale Glücksspiel- oder Werbewebsites überprüft. Bis zum Jahresende seien 1.843 davon infolge von Untersagungsverfügungen oder Sperrmaßnahmen in Deutschland nicht mehr erreichbar gewesen.
Darüber hinaus leiteten die Behörden 287 Untersagungsverfahren ein, entfernten 1.551 illegale Glücksspiel- oder Werbeseiten, blockierten Zahlungsströme zu 178 illegalen Websites und teilten mit, dass 38 Zahlungsdienstleister ihre Dienste für die betroffenen Betreiber eingestellt hätten. Die GGL weitete ihre Durchsetzungsmaßnahmen außerdem auf Zahlungsdienstleister, Affiliates, Werbepartner, Hosting-Anbieter, Plattformen und Aggregatoren aus.
Deutschlands Online-Wettmarkt vor stetigem Wachstum
Der deutsche Online-Wettmarkt, der Sportwetten und Online-Casinos umfasst, soll zwischen 2026 und 2033 jährlich um 9,4 % wachsen. Der Markt wird derzeit auf rund 3 Milliarden Euro geschätzt.
Sportwetten bleiben das größte Segment, getragen von der anhaltenden Popularität des Fußballs. Gleichzeitig ziehen Online-Casinos, Poker, Bingo und Lotterien weiterhin zahlreiche Spieler an. Mobile Wetten wachsen schneller als Desktop-Plattformen, da immer mehr Nutzer ihre Wetten unterwegs platzieren.
Berlin, München und Hamburg führen die Online-Aktivitäten an. Große Anbieter investieren verstärkt in Technologie und passen sich an regulatorische Veränderungen an – trotz Herausforderungen wie strengeren Vorschriften, wirtschaftlicher Unsicherheit, intensivem Wettbewerb und hohen Markteintrittsbarrieren.
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Deutschlands Glücksspielmarkt bleibt stabil
Die Teilnahme am Glücksspiel in Deutschland ist weitgehend stabil geblieben: 36,4 % der Erwachsenen haben innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens einmal gespielt. Allerdings erfüllen 2,2 % die Kriterien einer Glücksspielstörung, während weitere 5,5 % als gefährdet gelten – insbesondere jüngere Erwachsene und Männer.
Online-Spielautomaten, Sportwetten und Casinospiele stehen am stärksten mit problematischem Spielverhalten in Verbindung. Studien weisen außerdem darauf hin, dass kognitive Verzerrungen sowie die Teilnahme an mehreren Glücksspielangeboten das Risiko zusätzlich erhöhen. Experten fordern daher strengere Werbevorschriften, stärkeren Spielerschutz und verbesserte Sicherheitsmaßnahmen.
Während Deutschland seine Glücksspielgesetze bis 2026 überprüft, bleiben die Bekämpfung illegaler Anbieter und die Stärkung der Regulierung zentrale Prioritäten.
Quelle:
Gemeinsame Gluckssipelbehorde der Lander, gluecksspiel-behoerde.de, Juni 2026.