Die deutsche Bundesbehörde für Glücksspiel, die Glücksspielbehörde (GGL), hat angekündigt, dass sie bis 2026 eine umfassende Bewertung des deutschen Glücksspielmarktes abschließen wird. Diese Analyse folgt auf die Einführung des vierten Glücksspieländerungsstaatsvertrags (GlüNeuRStv) im Jahr 2021, der einen neuen regulatorischen Rahmen für das Online-Glücksspiel einführte.
Fokus auf Werbeauswirkungen
Ein zentraler Aspekt dieser Bewertung ist die Wirkung von Glücksspielwerbung auf die Öffentlichkeit, insbesondere jene, die online und im Fernsehen gezeigt wird. Die GGL hat die Medienforschungsgruppe Eye Square GmbH beauftragt, eine eingehende Studie zu diesem Thema durchzuführen, die in Abstimmung mit allen 16 deutschen Bundesländern erfolgt. Ziel dieser Studie ist es, den Einfluss einzelner Werbeanzeigen, wie TV-Spots und Social-Media-Anzeigen, sowie die Einbeziehung von Kundenboni und Rabatten auf gefährdete Gruppen zu ermitteln.
Die GGL erwartet, dass die Ergebnisse Aufschluss darüber geben, ob die Bestimmungen des GlüStV 2021 wirksam sind oder verbessert werden müssen. Das Ziel ist es sicherzustellen, dass legale Glücksspielangebote Spieler anziehen, ohne einen kritischen Anreiz auf Personen auszuüben, die bisher nicht am Glücksspiel interessiert sind oder gefährdet sind.
Forschungs- und Bewertungstätigkeiten
Um dies zu erreichen, hat die GGL verschiedene Aufgaben vergeben, darunter empirische Untersuchungen, Werbewirkungsanalysen, strukturierte Literaturanalysen und Inhaltsanalysen gängiger Werbespots. Ein unabhängiges Expertengremium, bestehend aus Prof. Dr. Markus Heinker und Prof. Christian Krebs LL.M., wurde damit beauftragt, das gesamte wissenschaftliche Spektrum abzudecken.
Zusätzlich wird eine separate Bewertung des GlüStV-Regimes und des Spielerschutzes vom Institut für Public Health der Universität Bremen durchgeführt. Dies folgt auf eine frühere Studie der Universität im März 2023, die ergab, dass die Rate der Glücksspielstörungen bei Personen im Alter von 18 bis 70 Jahren seit 2021 unverändert bei 2,4 % liegt.
Bedenken und Erkenntnisse
Der Ökonom Günther Schnabl von der Universität Leipzig führte eine nachfolgende Studie durch, die auf Daten von 25.000 deutschen Verbrauchern basiert und zeigte, dass fast die Hälfte illegale Glücksspielangebote nutzte. Seine Forschung ergab, dass im März 2023 nur 50,7 % der deutschen Glücksspieler lizenzierte Anbieter nutzten, wobei seit Januar 2019 ein erheblicher Zustrom von Nutzern zu unlizenzierten EU- (28,9 %) und Offshore- (19,9 %) Betreibern zu verzeichnen war.
Von Anfang an stand das GlüStV 2021-Regime wegen Daten- und Forschungskonflikten unter Beobachtung. Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) war ein lautstarker Kritiker und forderte seit der Anwendung des Regimes sofortige Reformen.
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Laufende Zusammenarbeit und zukünftige Ziele
Die GGL arbeitet eng mit den relevanten Interessengruppen und Bundesländern zusammen, um alle Bedenken im Zusammenhang mit dem GlüStV zu adressieren. Der Regulator plant, einen neuen Werbekodex für Glücksspiele einzuführen, der von den einzelnen deutschen Landesbehörden abgestimmt und in Bundesrecht unterzeichnet wird.
"Die GGL wird einen engen Informationsaustausch mit den Bundesländern über die Teilberichte und weiteren Bewertungen des Expertengremiums pflegen", fügte der Regulator hinzu. Das endgültige Ziel ist es, durch die Adressierung der Auswirkungen von Glücksspielwerbung und die Verfeinerung des bestehenden Rahmens eine sicherere und besser regulierte Glücksspielumgebung in Deutschland zu gewährleisten.
Quelle:
GGL places advertising impacts at the frontline of 2026 gambling study, SBC NEWS, 11. Juni 2024.